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Forensische Vernehmungen: Gedächtnispsychologie - Wie Zeugen vergessen und sich erinnern - Wie irrtumsbedingt falsche Zeugenaussagen entstehen (5 Std. § 15 FAO)

 
Termin: Freitag, 01.07.2022 | 12.30 - 18.00 Uhr  
 
Referent:
Bertil Jakobson, Fachanwalt für Strafrecht und Verkehrsrecht, Moers
 
 

Informationen zum Online-Seminar:

Seminarinfo Online-Seminar: 5 Std./§ 15 FAO für Strafrecht oder Verkehrsrecht.
 
 
Teilnahmebetrag Online-Seminar: 210 €, zzgl. USt., inkl. Tagungsunterlagen.  
 
Themenübersicht: Forensische Vernehmungen: Gedächtnispsychologie - Wie Zeugen vergessen und sich erinnern

Das Seminar gibt einen kurzen Überblick über die verschiedenen Gedächtnissysteme eines Menschen. Das Entstehen von Erinnerungen, die verschiedenen Arten des episodischen Vergessens von Erinnerungen sowie die Erinnerungen von kindlichen und sehr alten Zeugen werden thematisiert. Darüber hinaus werden einzelne besondere psychologische Phänomene wie der Waffenfokus oder der beweistechnische Umgang mit vermeintlich (sehr) „sicher“ aussagenden Zeugen besprochen. Gedächtnispsychologie ist ein elementarer Baustein einer erfolgreichen Vernehmungstechnik: Zu wissen, was Zeugen voraussichtlich in ihrer Vernehmung (nicht) wissen werden, verschafft das eigene Wissen, die richtigen Fragen zu stellen - und vernehmungstaktisch unkluge Fragen zu unterlassen. Das Seminar behandelt Zeugenvernehmungen in Strafprozessen und Zivilprozessen.

Forensische Vernehmungen: Gedächtnispsychologie - Wie irrtumsbedingt falsche Zeugenaussagen entstehen

Der menschliche Irrtum ist allgegenwärtig. Er sickert ein in Gedanken und setzt sich dort fest. Es gibt keine Insel, auf der die Menschheit frei vom menschlichen Irrtum wäre. Irrtumsbedingt objektiv falsch aussagende Zeugen in einem Strafprozess oder Zivilprozess sind die größte Gefahr für ein zuverlässiges Gerichtsurteil. Das Seminar baut auf dem 1. Teil auf. Es werden häufige und daher einigermaßen vorhersagbare Falschaussagen aufgrund von Irrtümern besprochen. Das Seminar unterscheidet Gedächtnisfehleistungen bereits bei der frühzeitigen Akquisition von Wahrnehmungen, bei der späteren Speicherung und auch zuletzt beim Abruf von Erinnerungen im Rahmen einer forensischen Vernehmung: Geistesabwesenheit, Suggestibilität, Veränderungsblindheit, Interviewer Bias, Stereotypisierende Induktionen und andere psychologische Phänomene werden besprochen. Diese sind im Einzelfall bei der Erstellung des eigenen Vernehmungskonzept strategisch zu reflektieren und können gefährliche Einfallstore für zukünftige objektiv falsche Zeugenaussagen markieren