Seminare für Rechts­anwäl­tinnen & Rechts­anwäl­te · Fachgebiet Medizinrecht, Strafrecht

Strafverteidigung bei medizinischen Behandlungsfehlern mit der Perspektive auf das zivilrechtliche Haftungsverfahren (5 Std. § 15 FAO)

Donnerstag, 16.06.2022 | 12.30 - 18.00 Uhr
Referent:
Dr. Bernd Wagner, Rechtsanwalt, Hamburg
Informationen zum Präsenzseminar:

Celle | Eigener Seminarraum | Bahnhofstraße 6 A, 29221 Celle

250 € Skript/Print, 230 € Skript/Download, zzgl. USt., inkl. Tagungsgetränken und Verpflegung.

5 Std./§ 15 FAO für Medizinrecht oder Strafrecht.

Informationen zum Online-Seminar:

210 €, zzgl. USt., inkl. Tagungsunterlagen.

5 Std./§ 15 FAO für Medizinrecht oder Strafrecht.

Allgemeine Informationen zum Seminar:

Medizinische Behandlungsfehler führen inzwischen regelmäßig zu Strafverfahren gegen Akteure auf der Behandlerseite. Diese Strafverfahren bilden meist die persönlichen Verantwortlichkeiten in einer beruflichen Risikolandschaft ab und werfen zT. komplexe Zurechnungsprobleme der Fahrlässigkeitsdogmatik auf. Entlastende dogmatische Konzepte wie die hypothetische Einwilligung oder die Beweisregel von der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit bei der Vermeidbarkeitsprüfung werden in der Literatur zunehmend angegriffen. Dabei nimmt das Risiko schwerster Vorwürfe aus dem Bereich des Kapitalstrafrechts zu. Insbesondere Aufklärungsfehler über persönliche oder infrastrukturelle Defizite können existenzvernichtende Freiheitsstrafen auslösen.

Neben den verfahrensrechtlichen Besonderheiten werden typische Verteidigungsfelder analysiert: Risiko Vorsatzdelikte, Fahrlässigkeitsdogmatik, Zurechnungsfragen, hypothetische und mutmaßliche Einwilligung, Aufklärungsfehler, Abgrenzung Diagnoseirrtum-Diagnosefehler-Befunderhebungsfehler, § 230 als Auffangbecken für nicht vermeidbare tödliche Verläufe von Behandlungsfehlern ?, Strafantrag und Öffentliches Interesse. Dabei werden auch die Besonderheiten im medizinstrafrechtlichen Mandat, Haftungs- und Vergütungsfragen, die Einbindung von Dritten (Versicherungen; Arbeitgeber), die außerstrafrechtlichen Folgen des Strafverfahrens für die Mandanten, berufsrechtliche Risiken für den Verteidiger (Interessenskonflikte; Sockelverteidigung), beweisrechtliche Besonderheiten (Einlassung zur klinischen Befunderhebung; Sachverständigengutachten; Verschwiegenheitspflichten; Durchsuchung und Beschlagnahme) sowie aktuelle Entwicklungen in Rechtsprechung und Literatur berücksichtigt.

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