Seminare für Rechts­anwäl­tinnen & Rechts­anwäl­te · Fachgebiet Handels- und Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht

Rechtsprechung an der Schnittstelle von Gesellschafts- und Insolvenzrecht unter Einbeziehung aktuellster Änderungen des Insolvenzrechts (5 Std. § 15 FAO)

Freitag, 26.02.2021 | 12.30 - 18.00 Uhr
Referent:
Prof. Dr. Markus Gehrlein, Richter am BGH
Informationen zum Präsenzseminar:

Celle | Eigener Seminarraum | Bahnhofstraße 6 A, 29221 Celle

270 € Skript/Print, 250 € Skript/Download, zzgl. USt.

5 Std. / § 15 FAO Handels- u. Gesellschaftsrecht oder Insolvenzrecht.
Inkl. Skript, Tagungsgetränke und Verpflegung.
Informationen zum Online-Seminar:

240 €, zzgl. USt.

5 Std. / § 15 FAO Handels- u. Gesellschaftsrecht oder Insolvenzrecht.
Inklusive Tagungsunterlagen.
Allgemeine Informationen zum Seminar:

Die neueste Rechtsprechung des BGHs zum „Gesellschaftsinsolvenzrecht“, das rechtlich ineinander verwobene Fragestellungen im Spannungsfeld des Gesellschafts- und Insolvenzrechts betrifft. Da beim Bundesgerichtshof unterschiedliche Zuständigkeiten für beide Rechtsgebiete bestehen, der II. Zivilsenat betreut das Gesellschaftsrecht, der IX. Zivilsenat das Insolvenzrecht, werden die rechtlichen Zusammenhänge zwischen Gesellschafts- und Insolvenzrecht vielfach nicht hinreichend berücksichtigt. Tatsächlich handelt es sich um äußerlich getrennte Materien, die inhaltlich zusammen gehören.
Der Insolvenzverwalter hat nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen einer GmbH stets ob im Blick auf eine nicht ordnungsgemäße Kapitalaufbringung oder unter dem Gesichtspunkt der Existenzvernichtung Ansprüche gegen die Gesellschafter bestehen.
Ferner können Haftungsansprüche gegen Geschäftsführer gegeben sein. Diese Rechtsfragen sind zuvörderst gesellschaftsrechtlicher Natur und vom II. Zivilsenat zu entscheiden, können aber ohne insolvenzrechtliche Kenntnisse, soweit etwa die Tatbestandsmerkmale der Zahlungsunfähigkeit und der Überschuldung betroffen sind, nicht sachgerecht beantwortet werden. Die Verfolgung von Insolvenzanfechtungsansprüchen und insbesondere die Behandlung von Gesellschafterdarlehen fällt in die Zuständigkeit des Insolvenzrechtssenats. Vor diesem Hintergrund dient das Seminar dem Ziel, die formal rechtlich getrennten Materien des Gesellschaftsrechts und des Insolvenzrechtsrechts in ihren gemeinsamen Schnittpunkten zusammenzuführen und den Teilnehmern anhand der aktuellen Rechtsprechung beider Senate das insoweit erforderliche Verbundwissen zu vermitteln. Während in der Vergangenheit der Übergang von dem Altrecht zu dem durch das MoMiG geprägten neuen Recht im Vordergrund stand, ist das Seminar nunmehr auf die neuere und neueste Rechtsprechung konzentriert.
„In das Seminar werden hochaktuelle von der Bundesregierung vorgesehene Änderungen des Insolvenzrechts integriert. - Differenzierung der Insolvenzantragspflicht des § 15a InsO im Blick auf Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung - Vereinheitlichung der bei Eintritt der materiellen Insolvenz angeordneten Zahlungsverbote (§ 64 GmbHG, § 92 AktG) unter dem Dach der Neuregelung des § 15b InsO: Klärung wichtiger Streitfragen durch den Gesetzgeber - Modifizierung des Insolvenzgrundes der drohenden Zahlungsunfähigkeit (§ 18 InsO) - Abmilderung des Insolvenzgrundes der Überschuldung (§ 19 InsO), zusätzliche Erleichterungen ab 1. Januar 2021 für coronageschädigte Unternehmen.“

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